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Elisabeth Kulman | Mezzosopran / Alt
Die österreichische Mezzosopranistin und Altistin Elisabeth Kulman schlug erst spät den Weg zu einer professionellen Gesangskarriere ein. Zunächst studierte sie Russisch, Finno-Ugrisitk und Musikwissenschaft an der Universität Wien und betätigte sich nebenbei als Hobbysängerin im Pop- und Jazz-Bereich sowie in Wiens Konzertchören. 1995 entschied sie sich für ein klassisches Gesangsstudium an der Wiener Musikuniversität und wurde von Helena Lazarska, mit der sie bis heute zusammenarbeitet, ausgebildet. 2001 schloss sie als Sopranistin beide Studienrichtungen (Oper und Lied/Oratorium) mit Auszeichnung ab. Für ihre außerordentlichen künstlerischen Leistungen erhielt sie den Würdigungspreis des Bundesministeriums für Kunst und Kultur. Im selben Jahr gab sie ihr Bühnendebüt als Pamina an der Volksoper Wien und erarbeitete sich mit weiteren Mozart-Partien wie Contessa und Donna Elvira rasch einen hervorragenden Ruf.
Im Sommer 2004 vollzog sie den Wechsel ins Mezzosopran- und Altfach und erhielt im Rahmen der Internationalen Sommerakademie Salzburg für ihre Interpretation der Wesendonck-Lieder den Preis der Salzburger Festspiele. 2005 sang sie als kurzfristige Einspringerin an der Opéra National de Paris erstmals die Partie des Orpheus in Glucks gleichnamiger Oper (in der Fassung von Pina Bausch), wofür sie 2008 erneut eingeladen wurde. Ebenfalls 2005 debütierte sie als Carmen an der Volksoper Wien und verkörperte die Rolle 2007 auch an der Berliner Staatsoper unter den Linden. Der Barockoper "Il Giustino" von Giovanni Legrenzi, aufgeführt bei den Schwetzinger Festspielen unter der Leitung von Thomas Hengelbrock, verhalf sie mit ihrer Darstellung der Titelpartie zur Ehrung als "Wiederentdeckung des Jahres 2007".
Seit 2006 ist Elisabeth Kulman an der Wiener Staatsoper zu Hause und in zahlreichen Rollen zu erleben. Bereits für ihren ersten Auftritt als Prinz Orlofsky (Fledermaus) wurde sie mit der Eberhard Waechter-Medaille ausgezeichnet. Mit ihrem kostbaren Timbre und ihrer starken Bühnenpersönlichkeit gehört sie zu den Lieblingen des Publikums und begeistert als Marina (Boris Godunov), Mrs. Quickly (Falstaff), Herodias (Salome), Ulrica (Maskenball) oder als Gora in der Welturaufführung von Aribert Reimanns “Medea”. Zuletzt erregten ihre Rollenportraits der Fricka und Waltraute in Wagners “Ring” unter Franz Welser-Möst großes Aufsehen. Bei den Salzburger Festspielen 2010 wird Elisabeth Kulman die Titelpartie in Glucks „Orfeo ed Euridice“ unter der Leitung von Riccardo Muti singen.
Neben der Oper liegt ein großer Schwerpunkt ihrer musikalischen Tätigkeit im Konzertbereich. Als international gefragte Solistin arbeitet sie regelmäßig mit Nikolaus Harnoncourt, Thomas Hengelbrock, Hansjörg Albrecht oder Sebastian Weigle zusammen. Auf DVD ist eine Einspielung von J.S. Bachs "Weihnachtsoratorium" mit Peter Schreier als Evangelist und Dirigent erschienen. Mit besonderer Hingabe widmet sich Elisabeth Kulman auch dem Liedgesang. 2007 gab sie gemeinsam mit dem Klavierbegleiter Walter Moore ihr Debüt im Wiener Musikverein mit einem mehrsprachigen Liederabendprogramm. Neben Duoabenden verwirklicht sie auch eigene Projekte mit außergewöhnlichen Ensemblebesetzungen: Mit einem internationalem Jazzquartett erarbeitete sie “Mussorgsky Dis-Covered” und mit dem Ensemble Amarcord Wien singt sie Mahler-Lieder. Beide Projekte sind als CD erhältlich und wurden mehrfach ausgezeichnet.
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